Öffentlichkeitsveranstaltung in der Seminarturnhalle Stade

Unter dem Leitsatz „300 Jahre Freimaurerei – 240 Jahre Freimaurerei in Stade – Informationen, Geschichte und Gerüchte“ veranstaltete unsere Loge   im November eine Öffentlichkeitsveranstaltung in der Seminarturnhalle der Stadt Stade, seit vielen Jahren als Veranstaltungsort für Theater, Lesungen und Kammermusik genutzt. 200 Gäste waren der Einladung gefolgt.

Zwei wesentliche Ziele lagen der Veranstaltung zugrunde: die Gewinnung neuer Brüder sowie Informationen über die 300jährige Geschichte der Freimaurerei im Allgemeinen sowie die 240jährige Geschichte der Freimaurerei in Stade im Besonderen. Sie sollten einer möglichst breiten Öffentlichkeit nähergebracht und zeigen, dass in Stade eine lebendige Loge existiert, die in vielerlei Hinsicht einen allgemeinen Wert für die Gesellschaft darstellt.

Das Programm war bunt gemischt und enthielt sechs Vorträge von jeweils 15 Minuten Dauer, die von kurzen musikalischen Einlagen unterbrochen wurden. Den Abend mit vollbesetztem Haus begann der MvSt mit einer einfühlsamen Begrüßung.

Speziell wurden der 1. Stellvertretende Bürgermeister, Herr Hartlef mit Gattin, der ehemalige Stadtarchivar, Dr. Jürgen Bohmbach und unser ältester Bruder, Gerhard Frankenstein (91 Jahre ehem. Stadtbaudirektor) besonders begrüßt. Die Pressevertreter des „STADER TAGEBLATT“ und „Neue Stader- WOCHENBLATT“ waren ebenfalls vertreten.


Begrüßung durch den Vorsitzenden Gerd Carlson

Nach der Begrüßung sprach unser Distriktmeister, Herrn Thomas Stuwe, über „300 Jahre Freimaurerei und die erste Loge in Hamburg“. Es folgte der ehemalige Vorsitzende der „Friederike“, Herr Hans-Christian Esken; er berichtete über „Die Anfänge der Freimaurerei in Stade“ unter Einbeziehung der sozialen Verhältnisse der Zeit zum Ende des 19. Jahrhunderts


Zahlreiche Gäste wollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen

Herr Patrick Beier übernahm das Thema „Die Logenhäuser in Stade“. Den Zuhörern konnten die Gebäude mit Bildmaterial per Beamer nahegebracht werden, und es hat wohl so manchen Gast überrascht, welche Häuser im Laufe der Jahrhunderte als Logenhäuser genutzt wurden, Häuser, die es heute auch noch gibt, jedoch mit einer völlig anderen Nutzung.

Nach den ersten drei Beiträgen folgte eine halbstündige Pause, in denen die Gäste Getränke zu sich nehmen und den „small talk“ pflegen konnten. 
Durch seine Kontakte zu der Familie des Dr. Reinhold Müller, der 1923 in die Loge „Friederike zur Unsterblichkeit“ aufgenommen wurde, konnte Gerd Carlson aus dessen Lebenserinnerungen aus den Jahren 1923 und 1924 zitieren. Es wurden die schöne Stadt Stade, aber auch die damaligen Stader Bürger in ihrer gesellschaftlichen Abgrenzung und „Steifheit“ humorvoll und doch deutlich beschrieben. 
Einen weiteren Beitrag lieferten die Herren Rolf Grußendorf und Hellmut von Blücher zum Thema „Freimaurerei und Motorradfahren – geht das?“  Sie schilderten eindrucksvoll die Geschichte der „Masonic Biker“ und ihre persönlich erlebten Eindrücke.


Die
Referenten (v.l.) Thomas Stuwe, Rolf Grußendorf, Hans-Christian Esken, Jens Rusch, Gerd Carlson, Hellmut von Blücher und Patrick Beier

Schließlich erhielt Jens Rusch das Wort, um zum Thema „Mythen und Gerüchte“ zu sprechen. Es war ihm wichtig darauf hinzuweisen, dass viele Informationen über die Freimaurerei im Internet kritisch zu sehen sind und manch geschriebener Unsinn gar nicht korrigiert werden kann. Daher sei es nützlich, sich der Informationen zu bedienen, die von erfahrenen Freimaurern geliefert werden. Im Kern seiner Ausführungen verwies er auf die Internetseite „Freimaurer-Wiki“, die er vor 10 Jahren – zunächst allein, später mit weiteren Brüdern – entwickelt hat und ständig fortentwickeln wird. Die Freimaurer-Wiki umfasst mittlerweile annähernd 5000 Inhaltsseiten und hat bisher über 30 Millionen Seitenzugriffe.

Mit einem Schlußwort , in dem noch einmal die Ideale und die Ziele der Freimaurerei herausgestellt wurden, beendete Gerd Carlson das offizielle Programm und lud die Gäste ein, mit den Brüdern der „Friederike“ ins Gespräch zu gehen, um weitere Informationen zu erhalten.

Dazu wurden die Stühle des Saales eilig entfernt und durch Stehtische ersetzt. Mit Getränken nach Wahl ergab sich schnell eine intensive und angeregte Unterhaltung, die fast bis Mitternacht dauerte. Eine dezente Klaviermusik des Pianisten Frederik Feindt begleitete diesen letzten Abschnitt der Veranstaltung.

Die Gäste waren voll des Lobes und die Brüder der „Friederike zur Unsterblichkeit“ sehr zufrieden mit dem Erfolg der Veranstaltung; sie hoffen, dass mit dieser Veranstaltung das Interesse am Thema Freimaurerei gewachsen ist auch dazu führt, dass es zum Wachstum der Mitgliederzahl der Loge „Friederike zur Unsterblichkeit“ führen wird.

Die Presse berichtete ausführlich über dieses Ereignis

Logenausflug zum Obsthof Augustin im Alten Land

Am Sonntag, dem 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, trafen sich über 30 Brüder und Schwestern unserer Loge auf dem Demeter – Obsthof von Dierk und Katrin Augustin in Hove. Mit dabei waren 2 kleine und zwei große Kinder – sehr zur Freude der übrigen Gesellschaft.

 
Katrin und Dierk Augustin mit ihrem Bio-Obsthof Augustin

Nach mehreren Schauern während des Vormittags und einem heftigen Regenguss während der Anfahrt schien durchweg die Oktobersonne; sogar ein Regenbogen ließ sich am Horizont blicken, ohne dass wir nass geworden sind.
Um 14 Uhr wurden wir herzlich auf dem Obsthof begrüßt. Die Hausherrin  hatte mit vorzüglichen, selbstgebackenen  Apfel-, Pflaumen- und Mohnkuchen eine Kaffeetafel im historischen Hof einen wunderschönen Beginn geschaffen.


Gemütliche Atmosphäre und vollendeter Genuss mit Apfel- Pflaumen- und Mohnkuchen

Ein Vortrag zur Geschichte der Familie und des Hofes rundeten den Anfang ab. Während Katrin Augustin von der Familie und den Besonderheiten des Hauses erzählte, schilderte ihr Mann die Geschichte der betrieblichen Entwicklung. Bemerkenswert, dass die Eheleute Augustin den Hof bereits in der 12. Generation bewirtschaften. Im Laufe von drei Jahrhunderten hat es so manchen Anpassungsprozess gegeben. Der letzte und sehr einschneidende Umbruch fand 1990 statt: die Umstellung des Apfelhofes auf ökologischen Anbau; es sollte möglichst nachhaltig im Einklang mit der Natur produziert werden. Damals waren damit durchaus unternehmerische Risiken verbunden und gegenüber der Bank musste Dierk Augustin Überzeugungsarbeit leisten. Nachdem die Kaffeetafel aufgelöst war, übernahm Dierk Augustin die Führung, die uns mittels einer unvergesslichen Trecker- und Anhängertour durch seine Apfelplantagen -mittlerweile 27 ha groß –  führte.
Bei gelegentlichen Stopps erklärte er uns einiges über „Pilze und Insekten“, Bodenqualität, Biodiversität, Anbaugrößen und –prinzipien sowie Sortenvielfalt und Vertrieb.


Mit der „Apfelbahn durch die unendlichen Obstplantagen

All‘ das war schon mehr als beeindruckend. Über die maßen faszinierte aber der „Geist“ bzw. „spirit“, der – von Dierk und Katrin Augustin ausgehend – das Unternehmen prägt. 

Wer bisher glaubte, dass die lateinischen Fachausdrücke nur im Bereich der Medizin zu Hause sind, wurde eines Besseren belehrt:  Dierk Augustin brillierte sicher und kompetent  mit unzähligen lateinischen Formulierungen.

„Öko“ ist hier nicht nur ein Wort, sondern eine gelebte Überzeugung: vom Umgang mit dem Boden bis hin zum Umgang mit den Mitarbeitern bzw. Saisonarbeitern aus Polen.

„Apfel mit Herz“ ist im Alten Land ein Begriff – wir aber haben heute das Glück gehabt, eine Apfelbäuerin und einen Apfelbauer mit Herz kennenzulernen.

Energetisch autark und selbstbewusst arbeiten Dierk und Katrin mit ihrem Team auf beeindruckende Art und Weise. Am Ende nahmen die Brüder und Schwestern nicht nur eine selbstgepackte Apfeltüte mit, sondern Eindrücke, die nicht so schnell verblassen werden.

Den Gastgebern sei nochmals herzlich gedankt.


Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen

Besuch aus den Niederlanden

Im vergangenen Jahr waren einige Brüder unserer Loge der Einladung der Loge „Moed, Kracht, Volharding“ aus Winschoten in den Niederlanden gefolgt, um an einer Freundschaftsloge teilzunehmen. Auch unsere Schwestern waren bei dem Ausflug dabei.

Gemeinsam haben wir ein paar unvergessliche Tage in Winschoten und Umgebung verbracht und wurden dabei sehr brüderlich und schwesterlich von unseren Gastgebern betreut. Zum Gegenbesuch hatten wir die Brüder und Schwestern zu unserem diesjährigen Johannisfest im Juni eingeladen: 8 Brüder und 4 Schwestern waren gekommen. Mit unserer Hilfe waren sie zentral in Stade im Hotel „Widukind“ untergebracht. Über das Johannisfest wurde schon gesondert berichtet.

An dieser Stelle soll über die gemeinsamen Ausflüge in Stade und dem Alten Land berichtet werden. Das Wetter konnte nicht besser sein: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein pur. Den Auftakt bildete eine Kahnfahrt auf dem Burggraben mit „Kapitän“ Werner Hecker, der das Schiff sicher steuerte und gleichzeitig von der Geschichte der Stadt Stade berichtete.

 
Romantische Fahrt auf dem Burggraben und Stadtführung im Herzen der Stadt Stade

Dabei wurden auch so manche Döntjes erzählt, die die trockenen Geschichtszahlen angenehm relativierten. Die Stadtführerin Brammer führte unsere Gäste und uns durch den Kern der Innenstadt und machte  Pausen für Erklärungen an den Stellen, die besonders geschichtsträchtig waren. Das „Juwel“ der Stadt, der Fischmarkt mit seinen historischen Gebäuden, hinterließ einen starken Eindruck bei unseren Gästen. Die Schwestern hatten am gestrigen Sonntag nach dem Schwestern-Programm schon die Gelegenheit, die Schönheit der Kulisse vom Restaurant „Tapao“ aus zu betrachten.
Nach der Stadtführung steuerten wir unser nächstes Ziel an: in Bassenfleth machten wir Halt an sächsischen Bauerhöfen, später an holländischen Bauernhäusern. Für die Erklärungen stand unsere Schwester Helga Fröhling wieder zur Verfügung. Weitere Erklärungen zu den 3 Meilen lieferte Schwester Helga in Hollern-Twielenfleth, wo wir unsere Gäste mit einem kleinen Imbiss versorgten – inklusive Blick auf die Elbe.

 
Beeindruckend: der Blick auf die Elbe anschliessend im Rumpf der „Annemarie“ : ein Prost

Von hier aus ging es weiter zu unserem nächsten Ziel: dem Borsteler Hafen mit dem „Museumsschiff“ „Annemarie“, das u.a. auch von Br. Dieter Winter gewartet und betreut wird. Wir hatten die Gelegenheit, das Schiff zu besteigen und im Rumpf – das war der ehemalige Laderaum – die Geschichte des Schiffes zu hören: Die „Annemarie wurde als „Tjalk“ in Holland gebaut; eine Tjalk galt als Rundschiff. Sie wurde aus der Kogge für die Binnen- und Küstenschifffahrt entwickelt. Die „Annemarie“ wurde 1893 in Echten gebaut und erhielt außer einer Segeleinrichtung auch einen 26 PS Motor. Am 16. Juli 1925 verkaufte der damalige Eigner die Tjalk an den Landwirt Johann Barfels in Borstel-Höhen im Alten Land für den Obsttransport nach Hamburg.

Auf „Annemarie“  folgten Dierk und Katrin:  der Obsthof von Br. Dierk Augustin in Jork, Klein Hove. Wir wurden sehr herzlich von Br. Dierk und Schw. Katrin empfangen und zunächst zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Währenddessen schilderte Br. Dierk die Philosophie, mit der er seinen Beruf und er und Katrin den Hof in der nun 12. Generation bewirtschaften. Seine Ausführungen hinterließen bei den Brüdern und Schwestern einen starken Eindruck.

Für den Bruder Jan Groenbroek , der sich im Namen seiner Brüder und Schwestern bedankte, kamen die Ausführungen einer Zeichnung gleich. Nach der anregenden Unterhaltung an den Kaffeetischen lud uns Br. Dierk zu einer Rundfahrt auf seine Plantage ein, um die Art seiner  Bewirtschaftung an praktischen Beispielen zu erklären.

Zum Abschluss erklärte Br. Dierk in der Produktions- und Lagerhalle den Ablauf und die Form der Vermarktung, die besondere Energieversorgung des Betriebes und die Lagerung in den Kühlhallen.

Damit endete für alle TeilnehmerInnen ein äußerst interessantes und aufschlussreiches Tagesprogramm, das nun in einem gemeinsamen Beisammensein im Logenhaus ausklingen sollte. Es wurden gegenseitige Worte des Dankes und kleine Geschenke ausgetauscht, wobei Br. Eilert Warnecke mit seinen Unikaten allen Schwestern eine besondere Freude machte und wesentlich zur Erheiterung beitrug.

Von der Hochzeitssuppe von unserem Gastronom Hartlef, die zum Abschluss gereicht wurde,  waren alle begeistert.

Br. Jan Groenbroek brachte in seiner Dankesrede zum Ausdruck, dass die Tage in Stade unvergessen bleiben, sowohl das Stiftungsfest, als auch das Ausflugsprogramm mit den vielen Stationen und dem harmonischen Abschluss in unserem schönen Logenhaus.

Senatsempfang für Freimaurer in Hamburg

Anlässlich des 300. Jahrestages der Gründung der weltweit ersten Großloge lud Olaf Scholz, Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und Erster Bürgermeister zu einem Empfang in das Hamburger Rathaus. Festredner war Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages.

Mehr als vierhundert geladene Gäste, Freimaurer, Politiker, Ehrenbürger der Stadt Hamburg kamen im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses zusammen, um sich an dreihundert Jahre moderner Freimaurerei und die Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 zu erinnern. Hamburg scheint der passende Ort für eine solche Veranstaltung zu sein, denn immerhin wurde hier im Jahre 1737 die erste bis heute bestehende deutsche Loge gegründet. Und so wies der Hausherr in seinen Begrüßungsworten auf die lange Tradition der Weltoffenheit und Toleranz hin, die die Hamburger für die Ideale der Aufklärung empfänglich gemacht habe. „300 Jahre Freimaurerei – das ist ein stolzer Geburtstag“, sagte Scholz. „Er verweist auf 300 Jahre des Ringens um Vernunft, Freiheit, Toleranz und Humanität in Europa und erinnert daran, dass die Errungenschaften unserer liberalen, demokratischen und offenen Gesellschaft immer wieder verteidigt werden müssen.“

vl. Thomas Stuwe (Distriktmeister), Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburg), Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages), Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer (Großmeister)

Hamburgs Erster Bürgermeister verwies auf die enge Verknüpfung der Hamburger Stadtgeschichte und Hamburger Logenbrüder. Er erinnerte an Gotthold Ephraim Lessing, den Dichter Friedrich Klopstock, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, den Buchhändler Johann Bode, den Theatermann Friedrich Ludwig Schröder sowie an den Zoologen Carl Hagenbeck, den Verleger Axel Springer und die Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth, Heinrich Kellinghusen und Georg Heinrich Sieveking. „Wenn Sie nachher das Rathaus verlassen, das ebenfalls von einem Freimaurer erbaut wurde, können Sie unter den 58 Hamburger Persönlichkeiten, die an den Säulen portraitiert sind, 13 Freimaurer entdecken, unter ihnen Gabriel Risser, der erste jüdische Richter in Deutschland.“

Der Hamburger Distriktmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland bedankte sich in seiner Einführungsrede, dass man in einem solchen prächtigen Rathaus feiern darf und bezeichnete dies als einen Meilenstein, erfolgte doch die Gründung der an diesem Tag gefeierten Großloge recht unprätentiös in einer Londoner Kneipe. Er wies darauf hin, dass das von einem Freimaurer miterbaute Rathaus eines sei, bei dem der Bürger keine Stufen emporsteigen müsse und bezog sich damit auf einen der Grundsätze der Freimaurerei, sich als Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen.

Der Gastredner Prof. Dr. Norbert Lammert leitete seinen Vortrag mit einem Satz von Kurt Tucholsky ein, „einem bekennenden Freimaurer“, so Lammert: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ Er brachte diesen Satz in Verbindung mit der Rolle der frühen Freimaurer, die sich nach seinen Worten außerhalb der Zünfte befanden und damit nicht eingebettet waren in das bestehende System. Doch eben dieser dort entwickelte und gepflegte Freiheitsgedanke habe sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt.

Der Redner betonte, wie passend der 8. Mai als Datum sei, um auch der Gründung der Freimaurerei in einer Feierstunde zu gedenken: Am 8. Mai 1945 wurden die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges eingestellt, er wird als Tag der Befreiung gefeiert, und am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, und fügte lächelnd hinzu: „gegen die Stimmen der der KPD und der CSU“.

Prinzipien lassen sich leichter loben als leben. (Prof. Dr. Norbert Lammert)

 „Freimaurer“, lobte Lammert, „fühlen sich über alle Unterschiede hinweg den gleichen Zielen verbunden.“ Er verschwieg aber nicht die Verirrungen in der Nazizeit, als große Teile der bürgerlichen Freimaurerei versuchten, sich mit den Nationalsozialisten zu arrangieren. Verirrungen, wie er es nannte, die aber nicht halfen und nicht schützten.

In seiner Rede beschäftigte er sich intensiv mit den Prinzipien der Freimaurerei. Wie viel Freiheit braucht ein Mensch und wie viel Freihet verträgt er, fragte er herausfordernd. Wie lasse sich der Anspruch auf Freiheit mit dem gleichzeitigen Anspruch auf Gleichheit vereinbaren? Muss man auch Intoleranz tolerieren? Überhaupt nahm Toleranz einen breiten Raum seiner Ausführungen ein. Er sprach von ihr als dem großen Bruder der Freiheit. „Wer wirklich individuelle Freiheit will, muss zur Toleranz bereit sein oder er muss auf Freiheit verzichten.“ Toleranz sei mehr als die Duldung des Anderen, sondern dessen Akzeptanz.

Freiheit, Gleichheit, Chancengleichheit, Teilhabe und Gerechtigkeit waren weitere Themen, und er wies darauf hin, dass es bei allem ein Mindestmaß an Verbindlichkeiten brauche, ohne die eine Gesellschaft ihre Unterschiede nicht aushalten könne. „Je unangefochtener die Errungenschaften zu sein scheinen, umso weniger gern erinnert man sich an die Mühen, mit denen sie errungen wurden.“

Am Schluss beglückwünschte er die Freimaurer „zu diesem Jubiläum mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass in den nächsten 300 Jahren diese Prinzipien von Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit und Toleranz als Voraussetzung einer humanen Gesellschaft sich unangefochtener durchsetzen als das über die letzten 300 Jahre zu beobachten war.“

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, bedankte sich beim Senat für die Möglichkeit, den Festredner „in dieser glanzvollen Atmosphäre zu empfangen“. Er bedankte sich überdies bei seinen Vorrednern für die motivierenden und zielgerichteten Perspektiven, die erkennen ließen, dass die Freimaurer auf dem richtigen Weg seien.

Künftig werden wir weiter daran arbeiten, uns von den Märchen und Mythen, die uns leider noch immer nachhängen, aktiv zu lösen. Das wird uns helfen, unsere Bedeutung offensichtlicher zu machen. Wir werden über unsere in der Aufklärung und dem Humanismus verankerten Traditionen und Ziele verstärkt informieren.

Ferner bedankte sich der Großmeister für das große Engagement des Distriktes Hamburg und allen Freimaurern und Sympathisanten in und um Hamburg, die das Gelingen des Empfanges möglich gemacht haben, auch den zahlreichen Sponsoren.

Zum Schluss der Veranstaltung erinnerte er an die Caritas, die den Freimaurern neben allen anderen Zielen ebenfalls wichtig seien und überreichte einen Spendenscheck der Großloge über 10.000 € an die Friedrich Ludwig Schröder Kinderstiftung, die Kindern in alleinerziehenden bedürfigen Familien hilft, die in der Region Hamburg leben.

Unisono waren alle Logenbrüder aus Stade der Auffassung, dass dies ein Erlebnis besonderer Art war. Sie waren tief beeindruckt, auch vom Festredner Prof. Norbert Lammert, der nach dem Festakt während des Stehempfanges den Kontakt zu den Brüder Freimaurern suchte und auch mit unseren Logenbrüdern ins Gespräch kam.

Boßeln hat eine neue Adresse

Über viele Jahre fand die jährliche Boßelveranstaltung für Brüder und Schwestern in Basdahl und der engeren Umgebung statt, betreut durch unseren Bruder Norbert Schrudde.

Um Hinblick auf die veränderten Lebensumstände von Br. Norbert – es lebt jetzt in einem Alten- und Pflegeheim – mussten neue Überlegungen angestellt werden.

Schon häufiger wurde der Vorschlag gemacht, die Boßelveranstaltung auch mal im schönen Kehdingen durchzuführen. Dieser Vorschlag wurde jetzt ernsthaft diskutiert und schließlich wurde ein neuer Veranstaltungsort „aus der Taufe gehoben: Oederquart.

In diesem Landstrich gibt es häufig Boßelveranstaltungen von Vereinen und Gruppierungen, die dann mit einem gemeinsamen Grünkohlessen in „Witt’s Gasthof“ endeten.

Also – beste Voraussetzungen; und so trafen sich die Brüder und Schwestern am Samstag, den 18. Februar bei kaltem, aber zum Glück trockenem Wetter.

Den Bollerwagen mit allem für das Boßeln erforderliche Equipment sowie Heiß- und Kaltgetränken wurde von der Gastronomie zur Verfügung gestellt.

Am Ortsausgang von Oederquart begann unser Boßelwettkampf Richtung Moor. Nach ca. 2 km hatten wir die Oederquarter Wettern erreicht und die Kugeln wurden gewechselt.

Die erste Mannschaft übernahm die Holzkugel mit Eisenkern von der zweiten Mannschaft und diese spielte auf dem Rückweg mit der Hartgummikugel.

Spannend war beim Bosseln auch, wenn die Kugel in den Graben neben dem Weg rollte und versank. Sie war im trüben Wasser nicht immer sofort zu sehen und musste dann mittels Keschers gesucht und wieder auf den Weg befördert werden.

Beim Oederquarter Willkommensschild endete nach zwei Stunden unser Wettkampf – es gab nur Sieger.

Im Jägerzimmer von Witt’s Gasthof haben wir das herzhafte Grünkohlmahl genossen.

Nach dem üppigen und sehr schmackhaften Mahl schlossen wir diesen Ausflug mit einer Besichtigung der Oederquarter St. Johanniskirche mit der Arp-Schnitger-Orgel ab.